Online Geld verdienen als Texter – Interview

Wenn du als Texter oder Texterin im Internet durchstarten willst, dann bietet das folgende Interview extrem wertvolle Einblicke für dich. Passives Einkommen durch digitale Produkte oder Affiliatemarketing ist schön und gut aber der schnellere Weg zu einem stabilen Online – Einkommen führt über das Erbringen von Dienstleistungen. Und gerade heute, wo Content Marketing die Basis der Wachstumsstrategie für viele Unternehmen im Netz ist, sind gute Texte wichtiger, denn je. Ok, genug der Vorrede … viel Spaß mit dem Interview:

 
Online Geld verdienen als Dienstleister

 
1.Danke Sonja, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Könntest du dich meinen Lesern zunächst kurz vorstellen?

Und ich bedanke mich für die Anfrage und die Möglichkeit, einen kleinen Einblick in mein Leben geben zu dürfen! Ich arbeite seit Mitte 2016 als freiberufliche Texterin und Bloggerin, die Worte bestimmen mein Leben und ich liebe genau diesen Job, den ich jeden Tag machen darf: Schreiben und Kreativ sein. Viel mehr gibt es da gar nicht zu sagen!

 

2.Viele, die im Internet Geld verdienen möchten, würden gerne als Texter durchstarten, zweifeln aber an ihrem Können. Wie gut bzw. erfahren sollte ein Texter/ eine Texterin deiner Meinung nach sein, um Erfolg zu haben?

Ich persönlich finde Erfahrung weniger wichtig. Letztendlich fängt jeder klein an und solange man weiß, was man „weiß“, ist dies schon die halbe Miete! Die Rechtschreibung sollte natürlich „sitzen“, sich mit SEO auszukennen ist ebenfalls wichtig. Ansonsten kann ich nur empfehlen, sich zu Beginn auf die Themen zu stürzen, die einem liegen. Wer sich mit Autos einigermaßen auskennt, kann in diesem Bereich anfangen. Wir Mädels sind bei Fashion- und Beautythemen ziemlich gut. Letztendlich ist Erfolg aber auch Definitionssache.
Erfolg bedeutet für mich, dass meine Kunden zufrieden sind. Dies führt letztendlich zu Folgeaufträgen, so dass, wenn alles passt, für beide Seiten eine Win-Win-Situation entsteht. Als Texter kennt man die „Wünsche“ der Kunden, weiß, ob Rechnungen pünktlich bezahlt werden und das Unternehmen kennt meist die Flexibilität und auch die stilistische Richtung des Texters. Demnach gilt meiner Meinung nach: Wer Erfolg haben möchte und bereit ist, dafür etwas zu tun, kann alles erreichen – auch ohne Ausbildung in diesem Bereich!

 
3.In deiner Funktion als Texterin musst du ja bestimmt auch die passenden Kunden an Land ziehen. Wie sieht deine Strategie für die Neukundengewinnung aus?

Hierüber musste ich mir ehrlich gesagt noch keine Gedanken machen, auch wenn ich weiß, dass viele Texter-Kollegen hier ganz anders handeln. Ich habe mich auf öffentliche Ausschreibungen beworben und dadurch aktuell nur Stammkunden, für die ich so regelmäßig schreibe, dass ich gar keine Kapazitäten für neue Kunden habe. Ich kann nur den Kopf schütteln, wenn ich bei Kollegen lese, dass diese 20 oder 30 Kunden haben. Wie machen die das zeitlich? Ich bin mit meiner handvoll Kunden komplett ausgelastet – sowohl zeitlich, als auch finanziell. Mein persönliches Credo: Weniger ist mehr! Lieber eine handvoll „gute“ Kunden mit regelmäßigen Folgeaufträgen als 20 verschiedene, die immer mal wieder etwas Arbeit bringen. Nachhaltigkeit trifft es da vielleicht auch ganz gut und ist mir lieber, als mich täglich auf neue Kunden, Wünsche und manchmal auch kuriose Ideen einstellen zu müssen 🙂

 
4.Ist deiner Meinung nach eine bestimmte Ausbildung nötig, um als Texter online Geld zu verdienen oder können auch Quereinsteiger erfolgreich werden?

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Wie ich schon bei Frage 2 schrieb, ist eine ordentliche Rechtschreibung das A und O. Klar passieren mal Fehler, aber solange man sich nicht überschätzt und Themen annimmt, die so gar nicht zu einem passen, ist der Job für jeden Quereinsteiger geeignet! Ich selbst bin ja auch Quereinsteiger und nun so erfolgreich als Texterin unterwegs, dass ich sehr gut davon leben kann.
Ich persönlich finde Texter mit Berufserfahrung in speziellen Gebieten sogar grundsätzlich interessanter. Ich selbst habe 6 Jahre lang in der Praxis zu Versicherungen beraten: Dies ist heute die Sparte, mit der ich bei meinen Kunden punkten kann. Ich habe die Erfahrung, kenne mehr als nur oberflächliche Fakten und mir fällt es leicht, einen Text zu erstellen, so dass auch ein Laie das entsprechende Thema versteht – eben weil ich es in der Praxis jahrelang angewandt habe!

 
5.Reicht es, sich in einem bestimmten Thema auszukennen oder müssen Texter offen für Recherche und Weiterbildung sein, um verschiedene Bereiche abdecken zu können?

Bestimmte Bereiche als „Fachgebiete“ finde ich von Vorteil um sich positionieren zu können, aber es ist kein Muss. Ich schreibe auch für einen Kunden in einem Bereich, in dem ich mich komplett neu einarbeiten musste – letztendlich macht dies aber auch den Reiz am Texten aus. Es entsteht keine Langeweile, wenn man sich auf unterschiedliche Themen einlässt (sofern es „einfache“ Themen sind und nicht in den medizinischen oder beratenden Bereich gehen, wovon man als Laie die Finger lassen sollte).

 
6.Viele Anfänger haben das Problem, dass sie nicht wissen, wie viel Geld sie für Ihre Arbeit verlangen sollen. Gibt es bei der Preisgestaltung ein Modell, an das sich Texter und Texterinnen halten können?

Eine allgemeine Preisstaffelung o.ä. gibt es nicht. Hier eine Empfehlung zu geben ist ehrlich gesagt auch schwer. Man darf nicht vergessen, dass man schon die Fakten abwägen sollte: Ist man Spezialist in einem Bereich, sollte man sich dies auch entsprechend besser bezahlen lassen. Ansonsten finde ich es falsch zu sagen, dass ein Student automatisch weniger verdienen muss als ein hauptberuflicher Texter. Letztendlich sind der Text und die entsprechende Qualität das entscheidende Kriterium dafür, wie viel man für einen Text verlangen darf oder sollte. Und was einem die eigene Arbeitszeit wert ist, muss jeder für sich entscheiden 😉

 
7.Wie wichtig ist es für Texter, sich mit Verkaufspsychologie auszukennen, um Landingpages und Angebote für ihre Kunden erstellen zu können?

Verkaufspsychologie finde ich gruselig! Ich persönlich denke mir bei jedem Text nur: Würde ich diesen Text meinem besten Freund empfehlen? Sind die Infos interessant? Verständlich? Hat der Text einen Mehrwert?
Einen Mehrwert hat ein Text für mich übrigens auch, wenn er mich einfach nur ein paar Minuten gut unterhalten hat! Bisher habe ich alle Texte nach diesem Schema verfasst und meine Kunden sind zufrieden und auch erfolgreich damit gefahren – ohne Psychotricks geht es also durchaus auch und meist sind diese Texte mehr für den realen Menschen als für Google geschrieben 🙂

 

 
8.Sind Blogs für Texter nach wie vor eine gute Möglichkeit, um im Internet Nebeneinnahmen zu generieren?

Ich würde es eher anders formulieren: Ein Blog ist eine tolle Möglichkeit, sich und seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Sind die Texte gut geschrieben und stimmt das Layout, so lässt sich mit einem Blog durchaus Geld verdienen. Ich blogge nur nebenher, verdiene durch die Kooperationen aber dennoch jeden Monat eine Summe im dreistelligen Bereich und es macht Spaß. Bloggen, nur um Geld zu verdienen, wird sich jedoch auf Dauer nicht durchsetzen lassen. In einem Blog stecken so viele Stunden Herzblut – das über viele Monate umsetzen (mit den großen Dollarzeichen in den Augen) ist kaum möglich.
Viele Blogs brauchen Monate, teilweise Jahre, um wirklich Einnahmen erzielen zu können – und selbst das schaffen nicht alle. Halbherzig „nebenher“ bloggen – das schafft über einen langen Zeitraum keiner und Geld sollte daher kein Grund sein, um mit dem Bloggen anzufangen…

 
9.Haben Texter und Texterinnen trotz mobile Web, Videos und Podcasts eine Zukunft im Netz?

Gerade wegen dem Internet haben wir Texter doch jede Menge zu tun 🙂 Das Internet lebt von Texten, in Videos und Podcasts geht es ohne Worte ebenfalls nicht – so wie es aktuell aussieht, ist das Netz unsere Zukunft!

 
10.Wo können meine Leser mehr über dich und deine Arbeit erfahren?

Mehr über mich gibt es auf meinem Blog Die Freiberuflerin – das Magazin für selbstständige Frauen, im Blogger Home Office oder in meinem Blog Tagebuch Fashionqueens Diary.

 
Danke für die interessanten Einblicke in deine Arbeit. 🙂